Mentoring-Programm
Mit dem Mentoring-Programm an der Evangelisch-Theologischen Fakultät werden Wissenschaftler:innen in der Postdoc- und Doc-Phase unterstützt, die sich auf eine akademische Laufbahn vorbereiten.
Mit dem Mentoring-Programm an der Evangelisch-Theologischen Fakultät werden Wissenschaftler:innen in der Postdoc- und Doc-Phase unterstützt, die sich auf eine akademische Laufbahn vorbereiten.
Mit dem Mentoring-Programm an der Evangelisch-Theologischen Fakultät werden Wissenschaftler:innen in der Postdoc- und Doc-Phase unterstützt, die sich auf eine akademische Laufbahn vorbereiten. Ein besonderes Anliegen des Progamms ist die Unterstützung von Wissenschaftlerinnen im Übergang zur oder beim Einstieg in die Postdoc-Phase.
Für das Mentoring-Programm stehen jährlich 20.000 EUR zur Verfügung. Antragsberechtigt sind alle Wissenschaftler:innen in der Postdoc- und Doc-Phase an der Evangelisch-Theologischen Fakultät.
Prof. Dr. Kristin Weingart und Prof. Dr. Ulrike Witten sind verantwortlich für das Mentoring-Programm der Evangelisch-Theologischen Fakultät.
Mit dem Mentoring-Programm an der Evangelisch-Theologischen Fakultät werden Wissenschaftler:innen in der Postdoc- und Doc-Phase unterstützt, die sich auf eine akademische Laufbahn vorbereiten. Ein besonderes Anliegen des Progamms ist die Unterstützung von Wissenschaftlerinnen im Übergang zur oder beim Einstieg in die Postdoc-Phase.
Für das Mentoring-Programm stehen 2027 voraussichtlich 20.000,- EUR zur Verfügung. Antragsberechtigt sind alle Wissenschaftler:innen in der Postdoc- und Doc-Phase an der Evangelisch-Theologischen Fakultät.
Förderungen sind beantragbar für:
Förderungsfähig sind darüber hinaus:
Bitte richten Sie Ihre Bewerbung bis zum 1. Oktober 2026 mit folgenden Unterlagen in einer pdf-Datei
Modelle der Ansprechbarkeit
Wie ist und wird Dogmatik praktisch? Diese Frage gewinnt vor dem Hintergrund zunehmender Wahrnehmungen von Ansprechbarkeitsverlusten gelebter Religion für theologische Reflexion an Brisanz! Getrieben von der Überzeugung, dass es der Theologie nicht egal sein kann, ob und welche Wirkung sie entfaltet, haben wir eine Workshoptagung mit Impulsen von Tanja Gojny (Religionspädagogik), Tobias Braune-Krickau (Praktische Theologie) und Martin Fritz (Systematische Theologie) organisiert. Die Diskussion machte deutlich, dass Theologie mehr leisten muss als Wissensvermittlung: Im Gespräch mit Wissenschaft, kirchlicher Tradition und gelebter Praxis eröffnet sie Räume, in denen religiöse Sprachfähigkeit entsteht, Lebensdeutungen vertieft und neue Perspektiven eingeübt werden.
Julia Drube, Andreas Eder, Mario Berkefeld
Teilnahme am 17. Nangeroni Meeting des Enoch Seminars
Durch die finanzielle Unterstützung des Mentoring-Programms der Evangelisch-Theologischen Fakultät
wurde meine Teilnahme am 17. Nangeroni-Meeting des Enoch-Seminars ermöglicht. Das Enoch-Seminar
wurde 2001 von Gabrielle Boccaccini (University of Michigan) gemeinsam mit einer Gruppe der weltweit
führenden Experten für frühjüdische Literatur, darunter
Loren T. Stuckenbruck, gegründet. Seit 25 Jahren
bietet das Enoch-Seminar nicht nur einen hervorragenden Rahmen für Wissenschaftler aus aller Welt, um
ihre Forschungsergebnisse zum Judentum und zum Christentum auszutauschen, sondern vor allem eine
freundliche und einladende Atmosphäre. Dieses Jahr fand das Nangeroni-Meeting (benannt nach dem
italienischen Journalisten und Schriftsteller Alessandro Nangeroni, 1940–1999, der sich mit dem Studium der
abrahamitischen Religionen beschäftigt hat) in Rom statt, veranstaltet an der Facoltà Valdese di Teologia. An
der Tagung mit dem Titel „Form Jewish Prophet to a Jewish God: Reading Christology within Jewish
Messianism and ‘Monotheism’“ hatte sich eine vielfältige internationale Gruppe von
Bibelwissenschaftlerinnen und Bibelwissenschaftlern aus Europa, den USA und Australien versammelt, um
die komplexen Entwicklungen der frühen Christologie im Rahmen der Vielfalt des jüdischen Messianismus
der Zeit des Zweiten Tempels sowie die Entstehung der Vorstellung eines „göttlichen“ Messias innerhalb der
fließenden Grenzen des antiken jüdischen „Monotheismus“ zu untersuchen. Im Rahmen dieser Tagung hatte
ich eine Präsentation mit dem Titel „Problem of Divine Sonship: Miraculous Birth Narratives in Early Jewish
Literature and the Gospel of Matthew“ gehalten, die auf meinem vorab verteilten Aufsatz basierte. Der
Begriff „Gottessohn“ ist ein zentrales Element der Christologie der neutestamentlichen Schriften. Ein Beispiel
für diese theologische Idee sind die Erzählungen von der „wundersamen Geburt“ im Matthäusevangelium
Kap. 1 und im Lukasevangelium Kap. 1–2. Diese Textsorte, die bereits in der Hebräischen Bibel verwendet
wird (vgl. 1. Mose 18,9–15; 21,1–7; Ri 13; 1. Sam 1), taucht auch in frühjüdischen Schriften auf. Die
wichtigsten Texte in diesem Zusammenhang sind 1. (äthiopisches) Henochbuch Kap. 106–107 und das
Genesis-Apokryphon (1Q20 Kol. II–V), die die Geburt Noahs beschreiben, sowie 2. (slawisches) Henochbuch
Kap. 71–72, die einen ausführlichen Bericht über die Geburt Melchisedeks enthalten. In diesem Aufsatz
vertrete ich die These, dass diese Berichte zwar viele Gemeinsamkeiten mit ähnlichen biblischen Erzählungen
aufweisen, jedoch bei der Darstellung der wundersamen Geburt einem anderen Muster folgen, das auch für
die Beschreibung der Geburt Jesu in Matthäus 1,18–25 charakteristisch ist. Zu den gemeinsamen Elementen
der Berichte der oben genannten Schriften und des Matthäusevangeliums gehören die Frage nach der
Unehelichkeit der Empfängnis des Kindes, die passive Rolle der Mutter (vor allem im 1. Henoch und
Matthäusevangelium; im Gegensatz zur Hebräischen Bibel und zum Lukasevangelium), die vermeintliche
Rolle eines göttlichen Wesens bei der Zeugung des Kindes sowie der besondere Grund, wofür das Kind
geboren wird, und die anschließende Anerkennung des Kindes durch den Vater als sein Eigenes. Es gibt
jedoch Fälle, in denen das Matthäusevangelium von diesem Muster abweicht. Das Motiv des
außergewöhnlichen Aussehens und der Fähigkeiten des neugeborenen Kindes (1. Hen. 106,2–3, 5, 10–11;
1Q20 V, 13; 2. Hen. 71,17–19) fehlt in Matthäus 1,18–25 vollständig. Dies ist umso merkwürdiger, wenn man
bedenkt, dass Matthäus – im Gegensatz zu anderen Überlieferungen (vor allem 1. Henoch und Genesis
Apokryphon) – die göttliche Empfängnis des Kindes bestätigt, obwohl man hier einen Widerspruch erkennen
könnte: Warum sollte Josef sich von Maria scheiden lassen (vgl. Mt 1,19), wenn aus erzählerischer Sicht
bereits bekannt ist, dass das Kind vom „Heiligen Geist“ stammt (vgl. Mt 1,18 und 20)? Sollte die Bedeutung
des „(heiligen) Geistes“ angesichts der Parallelen zumindest in Mt 1,18 neu interpretiert werden? Ein
weiterer wichtiger Aspekt ist, dass man eigentlich erwarten würde, dass Matthäus den neugeborenen Jesus
ausdrücklich als „Sohn Gottes“ darstellt (vgl. Lk 1,35), doch diese Formulierung scheint in der
Geburtsgeschichte des Matthäus vermieden zu werden: Jesus wird vom H/heiligen Geist geboren, nicht von
Gott. Somit hatte Matthäus – oder höchstwahrscheinlich seine Quelle für Matthäus 1,18–25 – ein ähnliches
literarisches Mittel verwendet, wie es in der zeitgenössischen jüdischen Literatur zu finden ist, mit der
Absicht, die Gestalt des neugeborenen Jesus zu „entgöttlichen“. Diese Anmerkungen werden Aufschluss über
die Entwicklung der Ansichten der Autoren des Neuen Testaments zum Messias und zu seiner Beziehung zur
göttlichen Welt geben. Schließlich stellte ich eine ausführliche redaktionskritische Untersuchung der Stellen
im Matthäusevangelium vor, in denen der Begriff „Gottessohn“ (υἱὸς τοῦ θεοῦ) verwendet wird, und zeigte,
dass der Autor des ersten Evangeliums eine bestimmte Tendenz aufweist, den Begriff nicht mit den Aspekten
der göttlichen Herkunft zu verbinden, sondern mit der Wundertätigkeit Jesu. Dieser Vortrag schließt sich an
meine anderen Projekte zu Henochischer Literatur, Qumran-Schriftrollen und jüdischer Literatur in
altslawischer Fassung und ihre Relevanz für die Forschung des Neuen Testaments an.
„There was no need for us to bring religion to Rome – others have done that before.“ So eröffnete der Präsident der EuARe (European Academy of Religion) Herman Selderhuis die neunte Konferenz der EuARe in Rom. Auch wenn Rom bereits seit Langem ein geschichtsträchtiger Ort für Religion und Christentum ist, war die Stadt ein besonderer Ort für diese internationale, interkonfessionelle und interreligiöse Tagung. Über 1000 Forschende auf dem Feld der Religion kamen vier Tage lang zusammen, um sich über das Thema (In)Equalities in Religion auszutauschen. In meinem Vortrag zum Thema (In)Equalities in Assisted Reproduction. Reproductive Travelling as a Problem or an Opportunity?, stellte ich die Frage, wie die Inanspruchnahme reproduktionsmedizinischer Maßnahmen im Ausland aus evangelisch-ethischer Sicht einzuordnen ist. Das Mentoring-Programm der LMU ermöglichte mir, meine Forschung auf der Tagung zu diskutieren.
Elisabeth Woehlke
LERU-Tagung in Helsinki
Die Förderung durch das LMU-Mentoring-Programm ermöglichte uns die Teilnahme am Theology and Religious Studies Doctoral Seminar der League of European Universities in Helsinki (14.-17. Juni 2026). Dort konnten wir unsere Forschung mit jungen und erfahrenen Forschenden aus führenden europäischen Universitäten diskutieren und internationale Kontakte knüpfen. Besonders bereichernd war der Austausch über fachliche Grenzen hinweg, der unsere Forschung geschärft und neue Perspektiven für künftige Kooperationen eröffnet hat. Wir sind mit neuen Kooperationsvisionen, konstruktiven Kritikpunkten und geweiteten Horizonten für unsere Forschung heimgekehrt.
Désirée Zecha, Verena Eberhardt, Julia Drube, Mario Berkefeld
Gemeinschaftliches „Schreib-Retreat“
Mit Unterstützung des Mentoring führten wir, Magdalena Biechteler und Luise Merkert, im September 2025 ein einwöchiges Schreibretreat im Evangelischen Kloster Schwanberg durch. Die Kombination aus konzentrierten Schreibphasen, strukturierter Reflexion und regelmäßigem Austausch ermöglichte deutliche Fortschritte in unseren Dissertationsprojekten. Besonders gewinnbringend war das interdisziplinäre Feedback zwischen Religionspädagogik/Altem Testament und Religionswissenschaft: Es half uns, Argumentationen zu schärfen, methodische Entscheidungen zu reflektieren und neue Perspektiven zu entwickeln. Darüber hinaus stärkte das Retreat unsere Selbstwahrnehmung als Wissenschaftlerinnen und etablierte ein nachhaltiges Peer-Mentoring, das unsere weitere Arbeit unterstützt.
Magdalena Biechteler
Luise Merkert
Bericht IAHR
Das Mentoring-Programm der Evangelisch-Theologischen Fakultät ermöglichte es mir, von 24.–28. August 2025 an der 23. Jahrestagung der International Association for the History of Religions teilzunehmen. Die Tagung fand in Krakau statt und versammelt Religionsforschende der ganzen Welt. Ich habe dort das Panel “Challenging Religion as Cultural Formation. A Debate on Perspectives, Methods and Theories for the Contemporary Study of Religion” moderiert.
Darüber hinaus habe ich einen Vortrag zum Thema „Crossing the boundaries between emic perspectives, social constructions and academic discourses about religion“ gehalten. Der Besuch der Tagung ermöglichte es mir, mit internationalen Forschenden über aktuelle Themen auszutauschen.
Verena Eberhardt
Bericht zur Co-Leitung des Bibliolog Grundkurses an der Universität Kiel bei Uta Pohl-Patalong vom 22.-26.09.2025
Vom 22.-26.09.2025 fand der Bibliolog-Grundkurs an der Uni Kiel statt. Dank der Finanzierung durch das Mentoring-Programm konnte ich teilnehmen und gemeinsam mit Uta Pohl-Patalong den Grundkurs leiten.
Ziel war es, Studierende zu Bibliolog:innen auszubilden und ihnen eine bibeldidaktische Methode zu eröffnen, die Menschen unterschiedlichen Alters und in heterogenen Kontexten einen unmittelbaren Zugang zu biblischen Texten ermöglicht. Besonders wertvoll waren für mich die Chance, Uta Pohl-Patalong als Expertin für Bibliolog kennenzulernen und von ihr zu lernen, der Einblick in die Konzeption des Grundkurses, neue hochschuldidaktische Impulse und der Austausch mit den Studierenden.
Nachdem an unserer Fakultät in den vergangenen zwei Jahren bereits erfolgreich Bibliolog-Grundkurse mit externen Trainer:innen durchgeführt wurden, eröffnet meine Ausbildung zur Bibliolog-Trainerin nun die Möglichkeit, dieses Angebot künftig weiterzuführen.
Lioba Behrendt
Bericht zur Teilnahme an der EFTRE-Tagung (The European Forum for Teachers of Religious Education) mit dem Titel „The art of empowerment in RE: community, complexity, compassion, commitment” in Budapest vom 21.-24.08.2025
Vom 21. bis 24. August 2025 fand an der Lutheran Theological University Budapest die EFTRE-Tagung statt, zu der wir dank der Finanzierung durch das Mentoring-Programm fahren konnten. Wir erlebten großartige Tage in der schönen Stadt Budapest und hatten die Möglichkeit mit Menschen im Bereich der religiösen Bildung aus ganz Europa in Austausch zu treten.
Die EFTRE-Tagung in Budapest hat uns wichtige Impulse für Forschung, Lehre und die Ausbildung zukünftiger Religionslehrkräfte gegeben. Besonders prägend war der internationale Dialog bezüglich religiöser Bildung sowie die Bedeutung von Ambiguität, Sozialisation und Resilienz für den Religionsunterricht. In unserem Workshop konnten wir eigene hochschuldidaktische Ansätze zu empowerment-sensibler Religionspädagogik einbringen und im Austausch weiterentwickeln. Deutlich wurde für uns, dass kollaboratives Lernen, Perspektivenvielfalt und die Kultur der Digitalität große Chancen für religiöse Bildungsprozesse eröffnen.
Lioba Behrendt
Magdalena Biechteler
Diskriminierungsstrukturen – bewusste und auch unbewusste – treten in jeder menschlichen Kommunikation auf. Davor ist auch die Seelsorge nicht gefeit. Sexistische, rassistische oder ableistische Elemente können neben anderen Diskriminierungen die Kommunikation zwischen Seelsorger*in und Seelsorge suchender Person stören und von diesen beiden Seiten und/oder dem Seelsorgeanlass eingetragen werden. Menschen, die Seelsorge in Anspruch nehmen, tun dies jedoch oftmals aus Vulnerabilitätserfahrungen heraus und machen sich durch die Öffnung gegenüber den Seelsorgenden weiter verletzlich. Deswegen ist gerade für diesen Teilbereich pastoraler Tätigkeit die Reflexion internalisierter und vorbewusster Exklusionsmechanismen notwendig.
Informationen, Flyer und Programm
Kontakt: Dr. Carlotta Israel
The International Conference on Patristic Studies is the largest English-speaking conference in the field of Patristics, taking place every four years at Oxford University, England. Thousands of participants gather at this event, which lasts around five days, to present and learn about new scholarship and to meet and exchange ideas with an international group of patristics experts. This year, the conference took place from August 5-9, 2024 at Oxford University’s Examination School.
Kontakt Saskia Dirske
Kontakt Dr. Verena Eberhardt
Die diesjährige internationale Konferenz Religion und Film des Jorunal of Religion & Film in Kooperation mit dem Fuller Seminary in Pasadena stand unter dem Themenschwerpunkt: Religion and Film: Past and Future. Die Tagung spannte einen Bogen von Entstehungs- und Produktionsdynamiken des Hollywood-Kinos, über diachrone Distributionsverfahren und Bedeutungsdimensionen des Filmes für gesellschaftliche und kulturelle Herausforderungen in den USA, bis hin zu zeitgenössischen Rezeptionsformen, wie beispielsweise die vermehrte Nutzung von Streaming-Plattformen. Auch wurden laufende Forschungsprojekte vorgestellt, die auf die Repräsentation religiöser Fragestellungen und Symbole in europäischen Arthouse-Produktionen und großangelegten Blockbuster-Produktionen fokussierten. Ein besonderes Highlight der Tagung bildete eine Tagestour durch Hollywood mit dem Besuch von frühen Produktionsstätten und den ersten Filmtheatern der 1920er Jahre.
Kontakt: Jochen Mündlein
Vom 23. Bis 26. November fand die diesjährige Tagung der American Academy of Religion in San Diego (Kalifornien) statt. Über 6.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem internationalen Raum haben sich dort versammelt, um über die Erforschung von Religion zu sprechen. Die Vielfalt und Interdisziplinarität einer Tagung wie dieser, die sich im dichten Tagungsprogramm der vier Tage abzeichnete, ermöglichte mir als Nachwuchswissenschaftler*in einen breiten Einblick in die wissenschaftliche Welt der Religionsforschung.
Kontakt: Katharina Luise Merkert
Das interdisziplinäre Blockseminar mit dem Literatur- und Kulturwissenschaftler Stefan Sonntagbauer von der Universität Wien als Gastreferent hatte zum Ziel, einen multiperspektivischen Blick auf unterschiedliche mediale Ausprägungen des zeitgenössischen Horrors zu richten. Der Fokus lag dabei einerseits auf aktuellen Entwicklungen, Ausprägungen und Besonderheiten des Genres und andererseits auf der Frage, inwiefern Horrormedien auf gesellschaftliche Ereignisse reagieren und somit zu einem Aushandlungsort von Werten und Normen werden.
Kontakt: Katharina Luise Merkert
Diverse Identitäten und religiöse Normen neu denken
Vielfältige Lebensformen jenseits von heteronormativen Beziehungen und binären Geschlechteridentitäten beschäftigen in der heutigen Gesellschaft Individuen, Gemeinschaften und Institutionen. In religiösen Gemeinschaften übernimmt dieses Thema eine besondere Bedeutung, nicht zuletzt weil Geschlechtsbeziehungen zu den Grundthemen religiöser Traditionen gehören. Gesellschaftlich, kirchlich und theologisch wird Queer-Sein diskutiert, wobei sich die Perspektiven wechselseitig bedingen. Ursprünglich pejorativ und nun als Selbstbezeichnung eingesetzt, verbindet queer zum Beispiel lesbische, schwule, bisexuelle, trans* oder inter* und agender aber auch nicht-binäre Personen in einem gemeinsamen Sammelbegriff. Queer vereint Minderheiten sexueller Orientierung wie Geschlechtsidentitäten und transportiert ein emanzipatives Moment. Queer Theology bezeichnet einerseits eine queersensible Theologie als auch epistemologische Selbstunterbrechungen.
Gesellschaftspolitisch befördert die gegenwärtige Debatte zum Selbstbestimmungsgesetz eine Polarisierung und verlangt auch eine theologisch-ethische Fundierung, nicht zuletzt, weil auch protestantische Anthropologie von binärer Heteronormativität geprägt ist und diese prägt. Auf transnationaler Ebene deutet die Kritik an der 'westlichen Diversität' mit Blick auf Identität und Lebensformen des Patriarchen Kyrill I. von Moskau, mit der er den Angriffskrieg auf die Ukraine rechtfertigt, auf ein neues Distinktionsmerkmal zwischen Liberalismus und Autoritarismus hin.
Kirchlich ist eine erste Institutionalisierung von Queer Theology erkennbar – beispielsweise durch eine seit 2022 beim Zentrum für Seelsorge in Hannover angesiedelte Pfarrstelle für Queersensible Seelsorge. Zudem ist eine erste praktisch-theologische Arbeitshilfe für Queersensible Seelsorge von Dr. Kerstin Söderblom veröffentlicht worden (2023). Darin sind bereits Öffnungen vorausgesetzt, die noch nicht in allen Landeskirchen mitgetragen werden, z. B. Trauungen für gleichgeschlechtliche Paare – eine normierende Ungleichbehandlung zwischen queeren und nicht-queeren Personen ist weiterhin kirchliche Praxis. Zur Analyse von agonalen Positionen bedarf es einer biblisch-theologischen und religionsgeschichtlichen Bearbeitung, wie sie beispielsweise in Klaus Fitschens Monographie Liebe zwischen Männern? Der deutsche Protestantimus und das Thema Homosexualität (2018) vorgenommen wurde.
Queer Theology ist ein die Disziplinen der Theologie und Religionswissenschaft überschreitendes und miteinander verschränkendes Querschnittsthema. Zu einer basalen Selbstreflexion lädt das Konzept des Queering Theology ein. Es lädt ein und fordert dazu auf, die (eigenen) oftmals impliziten Epistemologien und normativen Ordnungen transparent zu machen und zu hinterfragen. Wo Queer Theology aufhört und Queering Theology beginnt, ist eine offene theologische und religionswissenschaftliche Debatte, die es zu führen gilt. Sie betrifft methodologische wie strukturelle Fragen, die sowohl Zuordnungen im Fächerkanon als auch Disziplinen je für sich, konkret jede religionsbezogene Forschung betreibende Person betreffen (vgl. Knauß 2021).
Alles in allem hat in den letzten Jahrzehnten ein Wandel in der Auseinandersetzung und der Bewertung vielfältiger Lebensformen stattgefunden. Insbesondere die Polarisierungen im Kontext des russischen Überfalls auf die Ukraine und die Überlappung von evangelikalen und rechten Akteur*innen werfen theologische Fragen auf. Im Rahmen eines Dies Academicus unserer Fakultät möchten wir uns mit diesen zusammenhängenden und doch differenzierenden Themen beschäftigen.
Involvierte Mittelbauangehörige: Martin Hinz (Altes Testament), Carlotta Israel (Kirchengeschichte), Nora Meyer (Systematische Theologie), Elisabeth Perschthaler (Systematische Theologie)
Kontakt: Nora Meyer
Workshop für Dozierende der Evangelisch-Theologischen Fakultät
Psychische Auffälligkeiten bei Studierenden sind ein Thema, das den Lehralltag vieler Dozierender beeinflusst. Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass der Anteil der psychisch belasteten Studierenden gestiegen ist, insbesondere während der Corona-Pandemie. Dabei fällt der Anteil der Studierenden mit psychischer Beeinträchtigung in der Fächergruppe der Geisteswissenschaften besonders hoch aus. Psychische Erkrankungen und Probleme sind jedoch nicht ohne Weiteres zu erkennen. Viele Menschen wissen zudem nicht, wie sie mit den Betroffenen umgehen sollen oder sind durch Berührungsängste gehemmt.
Der Workshop soll relevante Informationen zu psychischen Beeinträchtigungen und dem Umgang mit ihnen vermitteln. Dabei werden Interventionsmöglichkeiten im Uni-Alltag diskutiert und Institutionen vorgestellt, an die Studierende weitervermittelt werden können. Zentral ist die Arbeit mit Fallbeispielen, die durch die Teilnehmenden und den Referenten eingebracht werden.
Ziel des Workshops ist es, dass die Dozierenden die Symptome psychischer Erkrankungen bei Studierenden erkennen können und die Hintergründe von psychischen Auffälligkeiten sowie die dazugehörigen Krankheitsbilder kennen, um Kompetenzen und Strategien im Umgang mit psychisch auffälligen Studierenden zu entwickeln.
Referent: Prof. Dr. Jörg Wolstein (Otto-Friedrich-Universität Bamberg)
Kontakt: Bertolt Bundschuh, Inklusionsbeauftragter (Systematische Theologie)
Die nahöstlichen Christen in der Diaspora: Zwischen Heimat und Europa
In den vergangenen Jahren hat eine kleine Gruppe von akademischen Forscher*innen damit begonnen, die Emigration von Christen aus dem Nahen Osten und der Bildung einer globalen Diaspora zu untersuchen. Einige dieser christlichen Gemeinschaften hatten ihre Heimat bereits in den 1860er Jahren aus persönlichen, wirtschaftlichen und humanitären Gründen verlassen. Die Tragödien der letzten Jahrzehnte im Nahen Osten förderten das wissenschaftliche Interesse an der Emigration der nahöstlichen Christen aus der Region. Schätzungen zufolge leben heute 7,7 Millionen Christen aus dem Nahen Osten außerhalb dieser Region, davon etwa 500.000 in Europa. Teilweise leben heute mehr Mitglieder einiger Gemeinschaften, wie beispielsweise verschiedener christlicher Gruppen aus Palästina, im Ausland als in ihren Herkunftsländern.
Die Migration ist in diesem Fall daher ein Thema von größter Aktualität und Dringlichkeit. Um dieses Phänomen näher zu untersuchen, organisierten wir ein interdisziplinäres Panel mit dem Titel "Middle Eastern Christian Diasporas: Between Homeland and Europe", welches im Rahmen des jährlichen internationalen Kongresses der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient (DAVO) vom 21. bis 23. September 2023 in Wien stattfand.
Involvierte Mittelbauangehörige: Dr. Elizabeth Marteijn (Kirchengeschichte I), Dr. Anna Hager (Universität Wien, Mitorganisatorin des Panels), Dr. Andreas Schmoller (Katholische Privat-Universität Linz) und Dr. habil. Marta Wozniak-Bobinska (Universität Lodz)
Kontakt: Dr. Elizabeth Marteijn
Involvierte Mittelbauangehörige: Magdalena Breit (Religionspädagogik), Lioba Behrendt (Religionspädagogik)
Kontakt: Magdalena Breit
Involvierte Mittelbauangehörige: Magdalena Breit (Religionspädagogik), Lioba Behrendt (Religionspädagogik)
Kontakt: Magdalena Breit
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Beauftragte für die Vereinbarkeit von Studium, Wissenschaft und Familie
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Doktorandin
Gastwissenschaftlerin
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
DFG Projekt "Zeitgeist und Christentum. Die Zeitschrift 'Christliche Welt' als Medium des Kulturprotestantismus.“
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Vertreterin der wissenschaftlichen Mitarbeitenden und Promovierenden der Evangelisch-Theologischen Fakultät
Lehrstuhlinhaber Lehrstuhl für Dogmatik, Religionsphilosophie und Ökumene (Forschungsfreisemester im Sommersemester 2026)
Lehrstuhlinhaber Lehrstuhl für Neues Testament und Antikes Judentum
Lehrstuhlinhaber Lehrstuhl für Ältere und weltweite Christentumsgeschichte
Dekan
Lehrstuhlinhaberin Lehrstuhl für Geschichte Israels und Literaturgeschichte des Alten Testaments
Lehrstuhlinhaberin Lehrstuhl für Evangelische Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts
Frauenbeauftragte der Evangelisch-Theologischen Fakultät