Dr. Elif Emirahmetoğlu
Im Rahmen der Wolfhart Pannenberg Fellowship habe ich zum Projekt "Eine Untersuchung des koranischen Begriffs nafs in intertextuellen Zusammenhängen" geforscht. Das Projekt zielt auf eine Analyse des koranischen Konzepts der nafs (Person/Selbst) und ihrer vielseitigen und ambivalenten Verwendung in Verbindung mit dem vorislamischen Verständnis der nafs und mit den relevanten biblischen Begriffen (nefeš und psychē).
Mein Aufenthalt an der LMU hat mein Forschungsprojekt und meinen Horizont auf vielfältige Weise bereichert. Zum einen habe ich am religionswissenschaftlichen Kolloquium und in alttestamentlichen Seminaren meine Kenntnisse vertieft sowie Teilaspekte des Projekts diskutieren können. Zum anderen habe ich dank der großzügigen Unterstützung der Evangelisch-Theologischen Fakultät den interreligiösen Workshop "nafs Dimensionen des Menschseins im Koran und nefesch Körperaspekte der Hebräischen Bibel" organisiert. Außerdem ermöglichte mir die Pannenberg Fellowship die Teilnahme an weiteren spannenden Exkursionen und Veranstaltungen, insbesondere am Lehrstuhl für Spätantike und Arabische Philosophie, sowie den wertvollen Austausch mit meinen Kolleg:innen.
Dr. Moritz Emmelmann
Foto: Miriam Merkel
Mein Habilitationsprojekt „Theologie im schulischen Alltagsgeschäft“ gilt einer in der Forschung oft übersehenen Berufsgruppe: den Fachleiter:innen und Seminarlehrkräften für evangelische Religion. Mithilfe narrativ-biografischer Interviews erhebt meine Studie die besonderen Herausforderungen, Berufswege und Ressourcen dieser wichtigen Multiplikator:innen erstmals aus der Sicht von Fachleiter:innen selbst. Daneben ist es mein Ziel, unter Bezug auf laientheologische Konzeptionen zu klären, was genau gemeint ist, wenn eine „eigene Theologie“ als Ausbildungsziel für Religionslehrkräfte ausgelobt wird.
Das Pannenberg Fellowship ermöglichte mir in einer entscheidenden Projektphase, das Studiendesign und erste Befunde mit Expert:innen der LMU zu diskutieren und die Methodik anzupassen. Sehr profitiert habe ich von der Einbindung in die Oberseminare der Lehrstühle für Religionspädagogik, Praktische Theologie und Ethik sowie von der exzellenten Forschungsinfrastruktur der Evangelisch-Theologischen Fakultät.
Dr. Elizabeth Marteijn
Nach ihrer Promotion in Weltchristentum an der Universität Edinburgh kam sie 2023 an die Ludwig-Maximilians-Universität München. In München arbeitete sie am Forschungsprojekt „Rituale der Rückkehr: Die palästinensischen Christen aus Iqrit und Kufr Bir’im, 1948 bis heute”. Darin untersuchte sie, wie historische Zwangsvertreibungen den Ausdruck palästinensischer Christen geprägt haben. Unter Verwendung eines historisch-ethnografischen Zugangs konzentrierte sich das Projekt auf zwei Fallstudien: die Binnenvertriebenen aus den zerstörten katholischen Dörfern Iqrit und Kufr Bir’im im Norden Israels. Durch die Integration säkularer Narrative der Nakba (arabisch: „Katastrophe“) von 1948 mit der Kirchengeschichte bietet diese Studie neue Einblicke in diesen entscheidenden Moment in der Entstehung der palästinensischen Diaspora, insbesondere in Bezug auf Fragen der religiösen Mobilisierung und des rituellen Ausdrucks. Nach Abschluss dieses Projekts erhielt Dr. Marteijn ein Veni-Forschungsstipendium aus dem Talentprogramm des niederländischen Forschungsrats (NWO), um ihre Forschung zur palästinensischen Diaspora weiter auszubauen.